Ihr seid teuer erkauft, werdet nicht der Menschen Knechte.

Die Bibel, 1. Korinther 7,23

Oder wie es die Neues Leben Bibel übersetzt: Gott hat einen hohen Preis für euch bezahlt, deshalb werdet nicht Sklaven von Menschen.

Im Kontext dieses Verses geht es darum, dass wir nicht alles um uns ändern müssen,  wenn wir ein Leben mit Jesus begonnen haben. D.h. im Beruf, Beziehungen und Lebensumfeld müssen wir uns nicht radikal um 180° drehen, also einen neuen Beruf suchen, alte Beziehungen aufgeben... Aber unsere Sicht- und Verhaltensweisen verändern sich, weil Jesus uns von so manchen Zwängen befreit, und das wird unser Umfeld wahrnehmen.

Zwänge, die mein Verhalten beeinflussen sind z.B. die Erwartungen und Ansprüche, die ich oder andere an mich stellen: Was tue ich nicht alles, um vor anderen und mir gut dazustehen oder gut rauszukommen und anderen gerecht zu werden?

Immer wieder begegnen wir Meinungen, die uns wissen lassen, wie etwas sein muss, wie etwas gemacht werden sollte und wie es auf gar keinen Fall sein darf. Viele unserer Gewohnheiten sind so gewachsen, dadurch, dass andere sie uns vorgelebt haben oder sind Ansprüche, die wir an uns selbst stellen. Oft denken wir gar nicht darüber nach, ob diese Verhaltensweisen stimmen, noch passen, richtig sind, d.h. wirklich in Gottes Sinne sind.

Da kann es leicht passieren, sich selbst und von anderen vorschreiben zu lassen, wie man leben sollte und zu allen Anfragen „ja“ zu sagen, denn „so gehört sich das, so macht man das“. Setze ich mich unter Druck, um niemanden zu enttäuschen; verbiege ich mich, schiele ich nach Ansehen und Anerkennung?

Damit wir nicht in der Gewohnheit oder festgefahrenen Traditionen hängen bleiben, ist es gut, wenn wir uns immer wieder fragen, warum wir Dinge machen, warum wir sie so machen, ob Jesus das auch so machen würde („what would Jesus do“). Jesus hat uns vorgelebt, dass alles zu Gottes Ehre sein soll – er hat nicht für sich gelebt.

Das heißt also nicht, dass wir alles  ändern müssten, dass alle Traditionen nicht mehr gut wären. Beim Überdenken von Erlerntem , erfassen wir vielleicht auch den Sinn einer Tradition erst richtig und leben diesen Sinn erst richtig aus und machen es dann vielleicht zum ersten Mal von ganzem Herzen – zu Gottes Ehre und nicht für Menschen.

Der höchste Preis, der jemals hätte gezahlt werden können, damit ich (und jeder Mensch) überhaupt  eine Beziehung zu Gott haben kann, ist durch Jesu Tod gezahlt worden.  Da heraus spricht Gottes unendliche Liebe zu mir persönlich. Deshalb möchte ich zu Gottes Ehre leben, nicht für die Anerkennung von Menschen mir gegenüber.

Und woher weiß ich, was richtig ist? Das lese ich in der Bibel, in Gottes Wort.

 

Karen Jenny