Zum Hauptinhalt springen

Monatsspruch Oktober 2026

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!

Die Bibel, Galater 5,1

Paulus verwendet hier das Bild des Joches. Während dieses heute bei uns weitgehend aus dem Alltag verschwunden ist, war es den Menschen der biblischen Zeit allgegenwärtig.
Ein Joch ist ein Querholz, das Zugtiere über dem Nacken tragen, um sie im Takt der Arbeit zu halten. Es können zwei Zugtiere zusammengebunden werden, um gemeinsam einen Pflug oder Wagen zu ziehen. Tiere werden nebeneinander geführt, ohne dass sie in unterschiedliche Richtungen laufen können. Es steht für Fremdbestimmung, schwere Last und ununterbrochenen Zugzwang.

Wie oft fühlen wir uns im Alltag unter einem Joch oder “unterjocht”? Von den Erwartungen anderer, von eigenen hohen Ansprüchen oder dem unsichtbaren Druck, immer funktionieren zu müssen. Schnell wird das Leben und unser Glaube zu einem Abarbeiten von Dingen, die man tun muss, um zu genügen.

Paulus ruft den Galatern - und uns heute - ein befreiendes Wort zu: Die Freiheit ist kein Ziel in der Ferne, das du dir erst erarbeiten musst. Sie ist längst dein Startpunkt.

Christus hat nicht einen Teil der Last gemindert oder die Bedingungen erleichtert; er hat das Joch der Knechtschaft komplett zerschlagen. Die Freiheit, die Christus schenkt, nimmt uns nicht die Verantwortung für unser Leben, aber sie verändert die Motivation: Wir handeln nicht mehr aus Angst vor Ablehnung, sondern aus Freude darüber, bereits bedingungslos geliebt zu sein.

Doch Paulus belässt es nicht bei einer Feststellung, sondern fügt eine Aufforderung an uns hinzu: „So steht nun fest!“ Freiheit ist geschenkt, aber sie will auch bewahrt werden. Das sind unsere Hausaufgaben. 
Wir neigen oft dazu, uns wieder alte Joche aufzuladen - aus Gewohnheit, aus Sicherheitsbedürfnis oder weil Leistung für uns greifbarer erscheint als Gnade.
Freiheit ist kein Zustand zum Ausruhen, sondern eine Entscheidung für jeden Tag.

Jesus lädt uns zu sich ein:
Matthäus 11, 28-30: “Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht.”
Wie wäre es, immer wieder und ganz bewusst das erdrückende Joch der Knechtschaft mit dem befreienden Joch Jesu auszutauschen?
 

Felix Trautmann

 


„Sei mir wie ein schützender Fels,

zu dem ich immer fliehen kann,

denn du hast zugesagt, mir zu helfen.

Du bist mein Fels und meine Burg.“

Die Bibel, Psalm 71,3

 

Ein sicherer Ort

Manchmal fühlt sich das Leben an wie ein Sturm. Termine prasseln auf uns ein, Sorgen drehen sich im Kopf, Beziehungen geraten ins Wanken, Nachrichten verunsichern. Viele Menschen sehnen sich in solchen Momenten nach einem Ort, an dem sie einfach durchatmen können - einem Safe Place. Einem Platz, der nicht wackelt, wenn alles andere ins Rutschen kommt.

Psalm 71 beschreibt genauso einen Ort: Gott als schützenden Fels. Ein Fels ist kein gemütliches Sofa, aber er ist stabil. Er bleibt stehen, auch wenn Wind und Wetter toben. Wer schon einmal beim Wandern in den Bergen Schutz hinter einem Felsen gesucht hat, weiß: Dort verliert der Sturm seine Macht. Genau dieses Bild benutzt der Beter - Gott als Zufluchtsort, jederzeit erreichbar.

„Zu dem ich immer fliehen kann“ - das klingt fast wie ein Versprechen ohne Öffnungszeiten. Kein „Bitte morgen wieder“, kein Besetztzeichen. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr offen. Egal, ob mitten in der Nacht, im Büro, im Krankenhaus oder im stillen Moment auf der Couch.

Der Beter vertraut darauf, dass Gott zu seinem Wort steht. Er nimmt ihn beim Wort. „Du hast zugesagt, mir zu helfen.“ Nicht nur bei großen Katastrophen, sondern auch bei den kleinen Kämpfen des Alltags.

„Du bist mein Fels und meine Burg.“ Eine Burg steht für Schutz, Sicherheit und Geborgenheit. Für einen Ort, an dem man nicht stark sein muss. Wer Gott so erlebt, findet Halt - nicht weil das Leben plötzlich leicht wird, sondern weil man weiß: Ich bin nicht schutzlos. Ich darf bei Gott geborgen sein.

 

 

 

*Der Bibelvers Psalm 71,3 wurde am 4.Januar als Jahreslos 2026 für unsere Bezirksgemeinde gezogen