
Monatsspruch Juni 2026
Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen, denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib!
Die Bibel, Hebräer 13,3
Diese Aufforderung ist eine der Ermahnungen, mit denen der Schluss des Hebräerbriefes eingeleitet wird. Hier sind einige ganz konkrete Anweisungen und Ermahnungen für das persönliche Leben aufgelistet, wie auch in unserem Monatsvers.
Ich selbst war schon ein paar Mal in einem Gefängnis zu Besuch. Meistens sitzen die Gefangenen hinter Gittern, oder auch dicken Mauern, sodass sie nicht sichtbar sind. „Aus den Augen, aus dem Sinn.“ So gilt das aber auch für sehr viele Menschen, die im übertragenen Sinne gefangen sind, in Verhaltensweisen, verschiedenen Süchten, Ängsten, Sorgen, oder vielem mehr. Auch nicht in unserem direkten Sichtfeld sind die vielen Christen, die aufgrund ihres Glaubens im Gefängnis sitzen. Die Organisation Open Doors gibt an, dass weltweit mehr als 388 Millionen Christen wegen ihres Glaubens intensiver Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt sind.
Der Schreiber des Hebräerbriefes fordert mich auf aktiv zu werden. Auch wenn diese vielen Menschen nicht tagtäglich in meinem Sichtfeld sind, soll ich an sie denken. Aber nicht nur das, sondern sogar so sehr, als wäre ich mitgefangen. Das heißt, nicht nur an sich denken, sondern auch aktiv werden. Es mir immer und immer wieder bewusst werden lassen und mir vor Augen malen, nicht nur in besonderen Situationen, oder einem „Open Doors“-Gottesdienst, wie wir ihn zuletzt hatten. Die Bibel ermutigt ich zu einem Glauben, der sich nicht nur in Wort, sondern auch in Tat zeigt. Das heißt ganz konkret für mich: bete für diese Menschen und unterstütze sie. Setze dich ein, mit dem was du hast – deinen Finanzen, deiner Stimme, deiner Zeit.
Gott fordert uns auf, die Menschen hinter den Mauern zu sehen und ihnen eine Stimme zu verleihen. Das ist der Grund, warum sich Christen seit 2.000 Jahren auf die Seite von Schwachen, Ausgegrenzten und Ausgestoßenen stellen: Weil ihr Gott auch dort steht.
Elisa Heldt

„Sei mir wie ein schützender Fels,
zu dem ich immer fliehen kann,
denn du hast zugesagt, mir zu helfen.
Du bist mein Fels und meine Burg.“
Die Bibel, Psalm 71,3
Ein sicherer Ort
Manchmal fühlt sich das Leben an wie ein Sturm. Termine prasseln auf uns ein, Sorgen drehen sich im Kopf, Beziehungen geraten ins Wanken, Nachrichten verunsichern. Viele Menschen sehnen sich in solchen Momenten nach einem Ort, an dem sie einfach durchatmen können - einem Safe Place. Einem Platz, der nicht wackelt, wenn alles andere ins Rutschen kommt.
Psalm 71 beschreibt genauso einen Ort: Gott als schützenden Fels. Ein Fels ist kein gemütliches Sofa, aber er ist stabil. Er bleibt stehen, auch wenn Wind und Wetter toben. Wer schon einmal beim Wandern in den Bergen Schutz hinter einem Felsen gesucht hat, weiß: Dort verliert der Sturm seine Macht. Genau dieses Bild benutzt der Beter - Gott als Zufluchtsort, jederzeit erreichbar.
„Zu dem ich immer fliehen kann“ - das klingt fast wie ein Versprechen ohne Öffnungszeiten. Kein „Bitte morgen wieder“, kein Besetztzeichen. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr offen. Egal, ob mitten in der Nacht, im Büro, im Krankenhaus oder im stillen Moment auf der Couch.
Der Beter vertraut darauf, dass Gott zu seinem Wort steht. Er nimmt ihn beim Wort. „Du hast zugesagt, mir zu helfen.“ Nicht nur bei großen Katastrophen, sondern auch bei den kleinen Kämpfen des Alltags.
„Du bist mein Fels und meine Burg.“ Eine Burg steht für Schutz, Sicherheit und Geborgenheit. Für einen Ort, an dem man nicht stark sein muss. Wer Gott so erlebt, findet Halt - nicht weil das Leben plötzlich leicht wird, sondern weil man weiß: Ich bin nicht schutzlos. Ich darf bei Gott geborgen sein.
*Der Bibelvers Psalm 71,3 wurde am 4.Januar als Jahreslos 2026 für unsere Bezirksgemeinde gezogen

